Ein Nutzer hält Ethereum-basierte Token auf Polygon, möchte aber Liquidität auf Arbitrum bereitstellen und gleichzeitig NFTs auf Optimism verwalten. Die klassische Lösung wären mehrere Wallets, mehrere Seed Phrases und manuelle Transfers über Exchanges. Mit einer modernen, nicht-verwahrten Lösung entfällt dieser Aufwand: Ein MetaMask Wallet ermöglicht es, über ein und dieselbe Wiederherstellungsphrase auf mehreren EVM-kompatiblen Netzwerken zu arbeiten, Token direkt zwischen Chains zu brückeln und dabei volle Kontrolle über Private Keys zu behalten.
Das zentrale Problem, das Cross-Chain-Strategien lösen müssen, ist nicht die Technologie selbst, sondern die praktische Umsetzung. Liquidity Bridges, Wrapped Tokens, Atomic Swaps und native Asset-Transfers folgen verschiedenen Sicherheitsmodellen. Ein Token, der auf Ethereum als ERC-20 existiert, kann auf Polygon, Arbitrum oder Optimism in unterschiedlichen Formen verfügbar sein – als Wrapped Token, über eine Brücke gebrückeltes Original oder als natives Asset. Welche Methode sicher ist, wie lange die Transaktion dauert und welche Gebühren anfallen, hängt vom gewählten Brückenmechanismus ab. Das MetaMask Wallet bietet hier die Infrastruktur; die Entscheidungskompetenz bleibt beim Nutzer.
Die Architektur eines non-custodial Multi-Chain Wallets
Das MetaMask Wallet speichert keine privaten Schlüssel auf zentralisierten Servern. Stattdessen wird eine 12-Wort-Seed-Phrase nach dem BIP-39- und BIP-44-Standard generiert und lokal auf dem Gerät oder im Browser gespeichert. Diese Seed Phrase ist der kryptographische Ursprung: Sie erlaubt die deterministische Ableitung von privaten Schlüsseln für jedes unterstützte Netzwerk. Ein Nutzer mit einer einzigen Seed Phrase kann damit auf Ethereum, Polygon, Arbitrum, Optimism und anderen EVM-kompatiblen Networks arbeiten – jedes mit einer eigenen Adresse, die aus derselben Master-Seed hergeleitet wird.
Das Schlüsselelement ist die ECDSA-Kryptographie: Sie signiert Transaktionen lokal auf dem Gerät, bevor sie an das Blockchain-Netzwerk übertragen werden. Der private Schlüssel verlässt das Gerät niemals. Selbst wenn ein Angreifer die MetaMask-Browser-Extension oder die Mobile App kompromittiert, kann er ohne den lokalen Speicher und die Geräteentschlüsselung nicht auf die private Keys zugreifen. Das setzt jedoch voraus, dass die Nutzer ihre Seed Phrase geheim halten und ihr Gerät selbst schützen.
Die Synchronisation zwischen mehreren Geräten funktioniert durch die identische Seed Phrase: Ein Nutzer kann sein MetaMask Wallet auf dem Smartphone und dem Desktop mit derselben 12-Wort-Phase wiederherstellen und erhält auf beiden Geräten die identischen Adressen und Konten. Das ist komfortabel, schafft aber auch eine konzentrierte Angriffsfläche. Wenn die Seed Phrase gestohlen wird, sind alle synchronisierten Wallets potentiell kompromittiert. Die Sicherheit liegt daher nicht im Wallet selbst, sondern in der sicheren Verwaltung der Recovery Phrase.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein MetaMask Wallet durch seine Existenz automatisch privat oder anonym macht. Das ist nicht wahr. Das Wallet speichert zwar die Keys lokal, aber jede Transaktion wird in die öffentliche Blockchain geschrieben. Adressen, Mengen, Zeitstempel und Transaktionshistorie sind für jeden einsehbar – unabhängig davon, ob sie über MetaMask, einen Hardware Wallet oder einen anderen Client signiert wurden. Die non-custodiale Architektur bedeutet Kontrolle, nicht Privatsphäre im technischen Sinne.
Netzwerk-Switching und Chain-spezifische Adressen in MetaMask
Eine zentrale Fähigkeit des MetaMask Wallets ist der nahtlose Wechsel zwischen EVM-kompatiblen Networks. Das Wallet zeigt oben eine Netzwerk-Dropdown-Liste an, in der Nutzer zwischen Ethereum Mainnet, Polygon, Arbitrum, Optimism, BNB Smart Chain, Base, Avalanche und vielen anderen wechseln können. Wichtig: Die Adresse des Nutzers ist auf jeder Chain identisch – da sie aus derselben Seed Phrase hergeleitet wird. Das bedeutet aber nicht, dass Token automatisch auf jeder Chain vorhanden sind.
Ethereum und Polygon teilen zwar die Adress-Struktur, aber ein ERC-20 Token auf Ethereum existiert nicht automatisch auf Polygon. Wenn ein Nutzer einen USDC-Balance auf Ethereum hat, kann er nicht einfach das Netzwerk wechseln und den USDC dort ausgeben – es sei denn, der Token wurde entweder über eine Bridge auf Polygon gebrückelst oder ist auf Polygon nativ emittiert worden. Das ist eine häufige Quelle von Verwechslungen. Der Nutzer sieht seine Adresse auf beiden Networks, aber die Bestände sind separiert.
Das MetaMask Wallet zeigt für jedes Netzwerk die entsprechenden Bestände an – allerdings nur die, die erkannt werden. Wenn ein Token nicht in der Standard-Liste ist, kann ein Nutzer ihn manuell hinzufügen, indem er die Vertragsadresse auf dem betreffenden Netzwerk einträgt. Das ist flexibel, aber auch fehleranfällig: Wenn die falsche Vertragsadresse eingegeben wird – etwa ein Scam-Token mit ähnlichem Namen – zeigt das Wallet den Balance für diesen gefälschten Contract an. Der Nutzer muss selbst überprüfen, dass er den richtigen Contract nutzt.
Für den praktischen Betrieb bedeutet das: Vor jedem Transfer sollte der Nutzer drei Dinge überprüfen. Erstens, in welchem Netzwerk bin ich gerade – wird oben in der MetaMask Wallet angezeigt. Zweitens, existiert der Token auf diesem Netzwerk wirklich und bin ich auf dem richtigen Contract? Drittens, habe ich ausreichend Gas-Token (ETH auf Ethereum, MATIC auf Polygon, ARB auf Arbitrum usw.) für die Transaktion? Ein häufiger Fehler ist, Token auf das falsche Netzwerk zu senden oder zu versuchen, eine Transaktion ohne ausreichend Gas auszulösen.
Token Bridges und Cross-Chain Transfer Mechanismen
Um einen Token von Ethereum auf Polygon zu transferieren, gibt es mehrere technische Optionen. Die einfachste und zugleich riskanteste ist ein wrapped Token: Der ursprüngliche Token wird auf Ethereum gelockt, und ein Wrapped-Pendant wird auf Polygon emittiert. Dieser Prozess wird oft von Drittanbietern durchgeführt – etwa von Stargate, Synapse oder dem Portal Token Bridge. Der Vorteil ist Geschwindigkeit; der Nachteil ist die zusätzliche Gegenpartei-Abhängigkeit. Wenn der Bridge-Service gehackt wird oder die Wrapped Tokens nicht vollständig gedeckt sind, verliert der Nutzer potentiell.
Eine sicherere Alternative sind native Brückenmechanismen, die vom Protokoll selbst unterstützt werden. Polygon hatte lange eine eigene Bridge nach Ethereum; Optimism und Arbitrum betreiben offizielle Bridges. Diese verwenden kryptographische Proofs, um Assets sicher zwischen Chains zu überführen – oft mit längeren Finality-Zeiten (Optimism braucht 7 Tage für vollständige Finality auf Ethereum). Das MetaMask Wallet integriert solche Bridges teilweise über externe DApps, aber der Nutzer muss selbst entscheiden, welchen Service er nutzt.
Im MetaMask Wallet selbst gibt es einen integrierten Token Swap, der Liquidität über mehrere Quellen aggregiert. Diese Swaps funktionieren oft über sogenannte Liquidity Aggregatoren wie 1inch oder 0x, die über viele DEXs hinweg nach dem besten Preis suchen. Ein Nutzer kann also USDC auf Ethereum direkt gegen DAI tauschen, ohne die Chain zu wechseln. Für Cross-Chain-Swaps ist das Wallet jedoch auf Bridges oder spezialisierte Cross-Chain-DEXs angewiesen – das ist ein technisch komplexerer Prozess, der länger dauert und mehr Gebühren kostet.
Eine praktische Multi-Chain-Strategie könnte so aussehen: Ein Nutzer hat 100 USDC auf Ethereum. Er kann diese über eine etablierte Bridge wie Synapse oder Stargate auf Polygon transferieren (Gebühr: ca. 1–3 USD, Zeit: 5–10 Minuten). Dort erhält er 100 USDC.e (wrapped) oder 100 USDC.p (native Polygon USDC, seit der Circle-Migration). Dann kann er diese auf eine DEX wie Uniswap auf Polygon gegen USDT, WMATIC oder andere Assets tauschen. Jeder Schritt ist reversibel, aber jeder Schritt kostet Gas und Zeit.
Liquidity Provisioning und Yield Strategien über mehrere Chains
Sobald Nutzer Token auf verschiedenen EVM-kompatiblen Networks haben, stellt sich die Frage, wo sie Rendite generieren. Ein MetaMask Wallet ermöglicht es, mit denselben Tokens Liquidität auf mehreren DEXs bereitzustellen. Beispiel: Ein Nutzer hat USDC und ETH auf Ethereum und möchte Yield generieren. Er könnte diese Liquidity auf Uniswap v3 auf Ethereum bereitstellen (aktuelle Rate: ca. 3–8% APY für breite USDC/ETH Positionen, abhängig von Gebühren und Konzentration).
Parallel könnte derselbe Nutzer andere USDC und WMATIC, die er zuvor auf Polygon transferiert hat, auf Uniswap v3 auf Polygon bereitstellen (dort oft 5–15% APY, da das Volumen geringer ist und die Konkurrenz weniger dicht). Auf Arbitrum könnte er GMX oder andere spezialisierte Protokolle nutzen. Die Renditen variieren stark je nach Liquiditätspaaren, Handelsvolumen und Marktbedingungen. Ein MetaMask Wallet macht es technisch einfach, auf all diesen Plattformen aktiv zu sein – der Nutzer braucht nur die Seed Phrase einmal zu sichern.
Das Risiko dabei ist vierfältig. Erstens: Impermanent Loss. Wenn die Preise der beiden Assets auseinandergehen, während man Liquidität bereitstellt, erleidet man einen Verlust im Vergleich zum einfachen Halten. Zweitens: Smart Contract Risiko. Jedes DeFi-Protokoll auf jeder Chain kann gehackt werden. Arbitrum hat andere Audits und Sicherheitsstandards als Polygon oder Optimism. Drittens: Bridge Risiko. Wenn ein Token über eine schwache Bridge transferiert wurde, kann der Wert des Wrapped Tokens zusammenbrechen. Viertens: Gas und Slippage. Die Gebühren und Preisschlupf akkumulieren sich über mehrere Transaktionen.
Ein erfahrener Nutzer eines MetaMask Wallets berücksichtigt diese Risiken durch Diversifikation und Positionsgröße. Statt 100% der Liquidity auf eine einzige Chain oder ein einziges Protokoll zu konzentrieren, verteilt man sie bewusst. Man nutzt etablierte Protokolle wie Uniswap, Aave oder Lido statt experimenteller neuer DApps. Man nutzt offizielle Bridges des Netzwerks selbst, nicht volatile Third-Party-Bridges. Und man reserviert Zeit, um die Positionen zu monitoren und bei Bedarf abzubauen, bevor Märkte crashen.
Sicherheitsmodelle und Wiederherstellung über Chain-Grenzen hinweg
Die Sicherheit eines MetaMask Wallets wird oft als „non-custodial” beschrieben, was bedeutet, dass der Nutzer selbst die Schlüssel hält. Das ist wahr – und zugleich ist es eine Form der Verantwortung, die viele unterschätzen. Eine 12-Wort-Seed Phrase ist das einzige, das zwischen vollständiger Kontrolle und totalem Verlust steht. Wenn diese Phrase gestohlen wird – etwa weil sie in einem Screenshot, einer E-Mail oder einer Notizbuch-App gespeichert wurde – kann ein Angreifer auf sämtliche Konten auf sämtlichen Chains zugreifen.
Das MetaMask Wallet bietet bei der Erstellung eine Warnung an, die Seed Phrase offline zu speichern und niemals zu teilen. Leider ignorieren viele Nutzer diese Warnung. Sie speichern die Phrase in einem Cloud-Dokument, einem Passwort-Manager, einer E-Mail oder sogar im Browser selbst. Das ist nicht sicherer als das Halten von Bargeld in einem öffentlichen Raum mit dem Schild „bitte stehlen”. Professionelle Angreiter scannen GitHub, Dropbox, Gmail und andere Services automatisch nach Seed Phrases. Innerhalb von Minuten ist das Wallet leergeräumt – über alle Chains hinweg.
Ein verbessertes Sicherheitsmodell für größere Bestände nutzt Hardware Wallets wie Ledger oder Trezor. Das MetaMask Wallet kann mit diesen Geräten verbunden werden: Die Seed Phrase wird auf dem Hardware Wallet generiert und gespeichert, und das MetaMask Wallet fungiert nur als Interface. Jede Transaktion muss auf dem Hardware Wallet selbst signiert werden. Das Risiko bleibt, dass das Gerät selbst verloren oder beschädigt wird – aber nur, wenn auch die Hardware-Backup-Phrase sicher gespeichert ist.
Für die Wiederherstellung im Katastrophenfall ist entscheidend, dass die gleiche Seed Phrase überall funktioniert. Ein Nutzer mit Geräten in verschiedenen Ländern kann sein MetaMask Wallet auf jedem Gerät mit der gleichen Phrase wiederherstellen und erhält die identischen Adressen und Bestände auf Ethereum, Polygon, Arbitrum und anderen Networks. Das ist ein großer Vorteil gegenüber zentralisierten Exchanges, die nur von registrierten Konten erreichbar sind. Gleichzeitig bedeutet es, dass die Phrase self backups werden muss – nicht im digitalen Netzwerk, sondern in physischer Form, an mehreren Orten, geschützt vor Diebstahl und Beschädigung.
Gebührenoptimierung und Gas-Strategien über EVM-Netzwerke
Ein fundamentales Missverständnis über Multi-Chain-Strategien mit MetaMask ist, dass alle Chains gleich teuer sind. Das ist nicht der Fall. Ethereum Mainnet hat derzeit durchschnittliche Gas-Gebühren von 20–100 Gwei, abhängig von Netzwerkauslastung. Ein einfacher Token Transfer kostet heute 30–150 USD. Polygon dagegen hat Gebühren von 0,01–0,10 USD für denselben Transfer. Arbitrum und Optimism liegen bei 0,10–1 USD. Base ist ähnlich günstig wie Polygon.
Das MetaMask Wallet zeigt die geschätzte Gas-Gebühr vor Bestätigung an und ermöglicht es, diese manuell anzupassen. Ein unerfahrener Nutzer akzeptiert einfach den Vorschlag. Ein versierter Nutzer nutzt Tools wie ETHGasStation oder Blocknative, um zu sehen, wann das Netzwerk weniger ausgelastet ist (üblicherweise außerhalb von Geschäftszeiten in den USA und Asien). Für zeitunkritische Transaktionen lohnt es sich, einige Stunden zu warten und dadurch 50% Gas zu sparen.
Eine effektive Strategie ist, kleinteilige Transaktionen auf teuren Chains (Ethereum) zu meiden und diese stattdessen auf günstigen Chains (Polygon, Arbitrum, Base) durchzuführen. Ein Nutzer könnte 10 verschiedene DEX-Swaps auf Polygon durchführen (Gesamtkosten: ca. 1 USD) statt auf Ethereum (Gesamtkosten: ca. 300 USD). Die technische Komplexität ist identisch; die wirtschaftliche Effizienz ist dramatisch unterschiedlich. Das MetaMask Wallet macht diese Mehrfach-Chain-Nutzung komfortabel – aber ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, muss der Nutzer selbst überprüfen.
Eine weitere Gebühren-Optimierungstaktik ist Batching: Mehrere Transaktionen werden zu einer zusammengefasst, um Gas zu sparen. Ein Nutzer könnte statt drei separaten Swaps einen aggregierten Swap durchführen. Oder statt fünf verschiedene Liquidity-Positionen einzeln zu erstellen, verwendet er einen Liquidity Router, der alle auf einmal setzt. Das MetaMask Wallet selbst bietet kein automatisches Batching, aber DApps, die das Wallet nutzen, können dies implementieren. Es lohnt sich, nach solchen Optionen zu suchen – die Einsparungen können 20–50% der Gebühren ausmachen.
Praktische Fallstudien: Token-Migration und Portfolio-Rebalancing
Scenario 1: Ein Nutzer möchte seine USDC-Bestände von Ethereum auf Arbitrum migrieren, um dort in GMX zu investieren. Schritt 1: Er öffnet sein MetaMask Wallet auf Ethereum und bestätigt einen USDC-Balance von 10.000. Schritt 2: Er nutz die integrierte Bridge-Funktion oder externe Services wie der MetaMask Wallet selbst mit einem dApp wie Stargate oder Synapse und transferiert 10.000 USDC. Gebühr: ca. 2 USD. Zeit: 10–15 Minuten. Schritt 3: Er wechselt das Netzwerk in MetaMask zu Arbitrum und sieht die 10.000 USDC.e (oder USDC, je nach Bridge). Schritt 4: Er verbindet sein Wallet mit GMX und stellt die Liquidität bereit.
Scenario 2: Ein Nutzer möchte sein Portfolio rebalancen. Er hat 50 ETH auf Ethereum (Wert: ca. 100.000 USD), 100.000 USDC auf Polygon und 5.000 USDC auf Arbitrum. Er möchte 30 ETH zu Staking bringen, 20 ETH als Liquidity auf Uniswap bereitstellen und den Rest als Sicherheitsreserve halten. Das MetaMask Wallet macht es einfach, alle diese Positionen zu koordinieren: Er kann die ETH auf verschiedene DApps verteilen, die Positions-Balance überprüfen und jederzeit mit der gleichen Seed Phrase alles wiederherstellen. Die Komplexität liegt nicht in der Wallet-Verwaltung, sondern in der DeFi-Strategie selbst.
Scenario 3: Ein Nutzer verliert seinen Laptop, auf dem sein MetaMask Wallet gespeichert war. Das ist kein Problem – solange die Seed Phrase sicher gespeichert ist. Er installiert MetaMask auf einem neuen Gerät, gibt die 12-Wort-Phrase ein und erhält sofort Zugriff auf all seine Konten auf Ethereum, Polygon, Arbitrum, Optimism und allen anderen unterstützten Networks. Alle USDC-Bestände, ETH-Positionen, NFTs und Staking-Rewards sind sofort abrufbar. Das ist die Kraft der non-custodial Architektur – die Wallet ist nur das Interface, die echte Kontrolle liegt in der Phrase.
Diese Szenarien zeigen, dass ein MetaMask Wallet nicht nur ein Tool ist, sondern ein Betriebssystem für Multi-Chain DeFi. Ein Nutzer mit Verständnis für Bridges, Gas-Gebühren, Liquidität und Risikomanagement kann damit komplexe Strategien umsetzen. Ein Nutzer ohne Verständnis kann genauso schnell Fehler machen – etwa Tokens auf das falsche Netzwerk senden oder auf Scam-Brücken fallen. Die Technologie ist neutral; die Ergebnisse hängen von Bildung und Disziplin ab.
Zukunft und Entwicklungsrichtungen für Multi-Chain Wallets
Die nächste Generation von Cross-Chain-Infrastruktur wird drei Hauptprobleme lösen müssen. Erstens: Bridge-Sicherheit. Die aktuellen Token Bridges haben unterschiedliche Sicherheitsstandards. Ein standardisiertes Modell mit gemeinsamen Wirtschaftlichen Garantien würde das Risiko für Nutzer reduzieren. Zweitens: Latency. Cross-Chain-Transaktionen dauern derzeit Minuten bis Stunden. Ein System mit Sub-Second-Finality würde viele neue Anwendungsfälle ermöglichen – etwa echte Cross-Chain-Liquidität-Pools.
Drittens: Nutzerfreundlichkeit. Ein MetaMask Wallet macht bereits vieles richtig, aber die Verwaltung von Seed Phrases und der Wechsel zwischen Netzwerken bleibt technisch. Ein zukünftiges System könnte verbergen, dass mehrere Chains existieren, und dem Nutzer eine nahtlose Single-Chain-Experience bieten – während die Transaktionen automatisch optimal über mehrere Chains geroutet werden. Das ist technisch möglich, aber wirtschaftlich schwer umzusetzen.
Konkret entwickeln sich mehrere Technologien in diese Richtung: Intents-based Architectures ermöglichen es, dass Nutzer nur ihre Absicht ausdrücken („ich will X gegen Y tauschen”), ohne die Implementierung zu spezifizieren. Solver-Netzwerke führen dann die effizienteste Lösung durch, über mehrere Chains hinweg. Account Abstraction trennt Adressen von Schlüsseln, was mehr Flexibilität erlaubt. Ob das MetaMask Wallet diese Standards adoptiert, wird über seine Relevanz in den nächsten Jahren entscheiden.
Bis dahin bleibt das MetaMask Wallet ein funktionales, wenn auch nicht perfektes Tool für Multi-Chain-Strategien. Es bietet die notwendige Kontrolle, Transparenz und Flexibilität – setzt aber auch Verantwortung und Verständnis beim Nutzer voraus. Wer diese Verantwortung ernst nimmt und sich mit den zugrundeliegenden Protokollen vertraut macht, kann damit komplexe, profitable und relativ sichere DeFi-Strategien umsetzen. Wer das unterschätzt, wird Gebühren verschwenden, auf Bridges fallen oder Tokens an falsche Adressen senden. Die Technologie ist nicht das Risiko – die Nutzer sind es.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mit einem MetaMask Wallet Tokens zwischen Ethereum und Polygon hin und her transferieren?
Ja. Ein MetaMask Wallet auf beiden Chains nutzt die gleiche Seed Phrase, sodass Sie die identische Adresse auf Ethereum und Polygon haben. Um Tokens zu transferieren, müssen Sie einen Bridge-Service nutzen – etwa Stargate, Synapse oder eine offizielle Netzwerk-Bridge. Der Transfer kostet eine Gebühr (typisch 1–5 USD) und dauert 5–15 Minuten. Sie müssen manuell überprüfen, dass Sie die richtige Chain und den richtigen Token auswählen – ein MetaMask Wallet schützt nicht vor menschlichen Fehlern.
Ist ein MetaMask Wallet sicherer als eine zentralisierte Exchange?
Ein MetaMask Wallet ist sicherer gegen Plattform-Hacks und Regulatory Seizure, da keine zentrale Gegenpartei die Schlüssel hält. Es ist aber unsicherer gegen Nutzerfehler: Wenn die Seed Phrase gestohlen wird, sind alle Vermögenswerte über alle EVM-kompatiblen Networks (Ethereum, Polygon, Arbitrum, Optimism, etc.) verloren. Eine Exchange kann nicht auf Ihre Wallets zugreifen – aber Sie können auch nicht selbst auf sie zugreifen, wenn Sie die Recovery Phrase verlieren. Die Sicherheit hängt von Ihrer Fähigkeit ab, die Seed Phrase zu schützen.
Welche EVM-kompatiblen Networks werden von MetaMask Wallet unterstützt?
Das MetaMask Wallet unterstützt Ethereum, Polygon, Arbitrum, Optimism, BNB Smart Chain, Base, Avalanche, Fantom, Gnosis Chain und viele weitere. Sie können Netzwerke über die Network-Dropdown hinzufügen, indem Sie RPC-Endpoints manuell eintragen – das erlaubt Zugriff auf praktisch jeden EVM-kompatiblen Network. Aber nicht alle Networks sind gleich sicher oder vertrauenswürdig. Der Zugang bedeutet nicht automatisch, dass jedes Netzwerk empfohlen wird – das bleibt Ihre eigene Verantwortung.
Kann ich ein MetaMask Wallet mit einem Hardware Wallet verbinden?
Ja. Das MetaMask Wallet kann mit Ledger, Trezor und anderen Hardware Wallets verbunden werden. Die Seed Phrase wird auf dem Hardware Wallet generiert und gespeichert. MetaMask fungiert dann nur als Interface – jede Transaktion muss auf dem Hardware Wallet selbst signiert werden. Das ist erheblich sicherer für größere Bestände, da selbst wenn Ihr Computer gehackt wird, die Private Keys nicht zugänglich sind. Sie können das hardware-gesicherte MetaMask Wallet genauso wie ein normales Wallet über metamask wallet verwenden.